Ein ETF im Depot

MSCI ACWI- Reicht ein ETF wirklich aus?

Die meisten Anleger*innen stehen vor dem gleichen Dilemma:
zu viele Informationen und eine riesige Auswahl an Anlageprodukten.

Mittlerweile gibt es schon so viele ETFs, dass man schnell den Überblick verliert.
Wäre es da nicht einfacher, wenn die Geldanlage auch schon mit einem einzigen weltweiten ETF funktionieren würde?

Aber geht das überhaupt?

Der Welt-ETF

Wenn Anleger das Wort “Welt-ETF” hören, werde die Meisten an den MSCI World ETF denken.

Wenn du noch nicht weißt, was das ist, hör dir gerne mal hier die Podcastfolge dazu an!

Der MSCI World ETF enthält über 1600 Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Er ist einer der beliebtesten ETFs, da er automatisch eine breite Streuung von Unternehmen und verschiedenen Industrieländern ermöglicht.

Quelle: MSCI.com

Das einzige Problem dabei ist allerdings, dass für ein wirklich marktneutrales Portfolio natürlich auch die Schwellenländer abgedeckt sein sollten, damit wirklich die “ganze Welt”repräsentiert wird.

Da der MSCI World nur in Industrieländer investiert, wird häufig die klassische Mischung MSCI World+MSCI Emerging Markets, in der Gewichtung 70/30 genutzt.

Damit hat man dann allerdings wieder 2 ETFs im Depot.

Der MSCI World ACWI

Ein ETF von MSCI der nun die All-in-one-Lösung sein könnte, ist der MSCI World ACWI (All Countries World Index).

Mit rund 3000 Unternehmen aus 50 Ländern, deckt er in knapp 85% der Marktkapitalisierung ab und streut damit mit noch deutlich weiter als der MSCI World.

Einmal im Vergleich:

MSCI World und MSCI ACWI im Vergleich

 MSCI WorldMSCI ACWI
Beschreibunginvestiert in 23 Industrieländerinvestiert in 23 Industrie- und 27 Schwellenländer
Anzahl Titelrund 1.600rund 3.000
Abdeckung (nicht free float-adjusted)73% des weltweit investierbaren Aktienmarkts85% des weltweit investierbaren Aktienmarkts
Anteil Industrieländer100%86%
Anteil Schwellenländer0%14%
Anzahl Industrieländer2323
Anzahl Schwellenländer027
Anzahl verfügbarer ETFs17 ETFs4 ETFs
Gesamtkostenquote (TER)0,12% p.a. – 0,50% p.a.0,20% p.a. – 0,45% p.a.
5 größte UnternehmenApple (4,4%), Microsoft (3,3 %), Amazon (2,7%), Facebook A (1,2%), Tesla (1,2%)Apple (3,8%), Microsoft (2,8%), Amazon (2,3 %), Facebook A (1,1%), Tesla (1,0%)
5 größte LänderUSA (66,1%), Japan (7,8%), Großbritannien (4,4%), Frankreich (3,3%), Kanada (3,1%)USA (57,1%), Japan (6,7%), China (5,5%), Großbritannien (3,8%), Frankreich (2,9%)
5 größte BranchenInformationstechnologie (22,2%), Gesundheitswesen (13,2%), Finanzen (12,7%), Nicht-Basiskonsumgüter (12,2%), Industrie (10,3%)Informationstechnologie (22,0%), Finanzen (13,3%), Nicht-Basiskonsumgüter (13,2%), Gesundheitswesen (12,1%), Industrie (9,5%)
Quelle: MSCI WorldMSCI ACWI; Stand: 29.01.2021

Nachteil

Ein Nachteil beim MSCI ACWI ist natürlich, dass du nicht so flexible bist, wie mit einzelnen Produkten.
Möchtest du also lieber eine eine stärkere Gewichtung der Schwellenländer oder eine andere Ländergewichtung in deinem Depot, kannst du dies mit nur einem ETF nicht beeinflussen. 

Vorteile

Einer der größten Vorteile des ETFs dabei ist, dass er sowohl Industrie, als auch Schwellenländer abbildet. Im Vergleich zum klassischen 70/30 Portfolio aus MSCI World und MSCI EM, ist deren Anteil natürlich aber geringer.

Ein weiter Vorteil ist das Vermeiden des sog. Rebalancing.

Beim Rebalencing versuchst du die vorgenommende Gewichtung deiner Produkte, im Laufe der Zeit beizubehalten. Im Beispiel MSCI World+ MSCI EM versuchst du also ca. einmal im Jahr, dein Depot auf die ursprüngliche Gewichtung von 70% MSCI World und 30% MSCI EM zurückzusetzen.

Mit nur einem ETF musst du das natürlich nicht tun.

Fazit

Ein ACWI-ETF ist eine All-inclusive-Lösung und bietet eine gute Lösung für beide Welten:
Diversifikation ohne den Zwang zum Rebalancing.

Der Nachteil: Du musst Aufteilung akzeptieren.

Wer aber nicht viel Zeit in sein Depot stecken möchte, kann hier sehr gut Zeit und Energie sparen und enspannt sein Geld für sich arbeiten lassen!